Home? Smart Home!

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Spinnerei oder sinnvoll?

Diese Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten. In unserem Fall bin ich sehr froh, dass Carmen mir hier freie Hand lässt. Trotzdem darf ich den „WAF“ (Woman Acceptance Factor) nicht außer acht lassen.

Grundlagen des Smart Homes:

Ein smartes Zuhause ist viel mehr als buntes Licht, eine schaltbare Steckdose oder per Smartphone steuerbare Heizungsventile. Womöglich braucht man für jedes einzelne eine andere App auf dem Smartphone, nicht sehr smart.

Ein smartes Zuhause soll mir automatisch Arbeit oder Handgriffe abnehmen und mich dabei unterstützen Energie einzusparen.

Es wird unterschieden zwischen Sensoren und Aktoren.

Sensoren werden gebraucht um Zustände oder Änderungen zu erfassen. Ein Schalter, ein Präsenz- oder Bewegungsmelder sowie Temperatur-/Luftfeuchte- und Luftgüte-Sensoren sind hier ein paar Beispiele.

Aktoren führen, auf Grund einer Anforderung der Sensoren, eine Aktion aus. Rolladen bei Sonnenauf-/untergang hoch oder runter, Licht bei Bewegung im Raum ein und auch automatisch, bei keiner Bewegung, wieder aus.

Grundsätzlich sind, meiner Meinung nach, in einem Neubau kabelgebundene den Funk Lösungen zu bevorzugen. Also welche Systeme gibt es und wo liegen die Vor- und Nachteile:

Smart Home Telekom, RWE etc.:

Fast ausschließlich funkbasierte Sensoren und Aktoren. Für den Bestandsbau eine Möglichkeit der Nachrüstung.

Leider kann mir hier niemand eine belastbare Aussage geben, wie lange diese Firmen „Spaß“ haben, auf dem Smart Home Markt mitzuspielen. Möglicherweise merken die Konzerne irgendwann, dass sich die Sparte nicht so entwickelt und die Systeme verschwinden vom Markt.

Unser Haus möchten wir allerdings noch viele weitere Jahre nutzen! Dementsprechend kommt für uns so ein System nicht in Frage!

Quelle: Bildschirmfoto Loxone App

Loxone

Lange bei mir auf dem Testboard, der Miniserver von Loxone.

Ein schönes Gerät mit vielen durchdachten Lösungen und relativ einfacher Programmierung. Zudem ist eine Visualisierung direkt mit an Bord.

Was mich jedoch vom Loxone Smart Home abgebracht hat, das Problem des SPOF (Single Point of Failure).

Sollte der Miniserver ausfallen geht im Haus nichts mehr. Alle Informationen werden im Miniserver verarbeite und Aktionen werden von ihm veranlasst. Der Miniserver setzt eine Mini-SD Karte als Speichermedium ein. Da die Speicherzyklen so einer Karten nunmal begrenzt sind, wird der Server, wegen einer defekten Karte, leider ausfallen.

Mit einer zweiten Speicherkarte als Backup kann man diesen Ausfall zwar schnell wieder beheben, jedoch habe ich keine Lust die Daten auf den Speicherkarten permanent aktuell und auf dem gleichen Stand zu halten. Zudem ist auch nicht absehbar, dass ich zum Zeitpunkt des Ausfalls zuhause bin. Carmen traue ich zwar den Wechsel der Karte zu, jedoch kommt hier der „WAF“ wieder ins Spiel, der nicht hoch sein wird, wenn es darum geht, die Technik wieder ans laufen zu bekommen.

Zudem hat mich gestört, dass es sich auch hier um nur einen Hersteller handelt, der vielleicht irgendwann mal den Betrieb einstellt. Wissen kann ich das nicht, jedoch gibt mir auch hier niemand eine Garantie für die nächsten 30 oder mehr Jahre. Obwohl ich Loxone dies durchaus zutrauen würde.

Quelle: KNX.org

KNX

Mit KNX, bzw. damals noch EIB (Europäischer Installations Bus), hatte ich während meiner Ausbildung, zum Energieelektroniker 1997 – 2000, erstmals Kontakt.

KNX ist seit vielen Jahren ein Standard. Dies spiegelt sich auch in der Übernahme in eine europäische und internationale Norm dar.

Es gibt mittlerweile über 400 Hersteller von KNX-Komponenten, die alle untereinander kompatibel sind. Sollte also mal etwas defekt sein und der Hersteller ist am Markt nicht mehr tätig, greift man zu einer vergleichbaren Komponente eines anderen Herstellers.

Als Bussystem ist KNX trotzdem recht flexibel bei der Installation, ob Stern, offener Ring oder Stich mit weiteren Abgängen, alles ist machbar. Was nicht erlaubt ist, ist ein geschlossener Ring.

Durch den Bus verbunden, können alle Komponenten miteinander kommunizieren. Telegramme werden ausgetauscht aber nur der Teilnehmer der angesprochen wird, führt auch tatsächlich etwas aus. Sollte es hier zu einem Defekt kommen, funktioniert, bis auf die defekte Komponente, alles normal weiter. Die Logik steckt in den Komponenten und nicht in einem zentralen Bauteil.

Immer wieder ist zu lesen, dass eine Elektroinstallation mit KNX so viel teurer ist, als eine konventionelle Elektroinstallation. Dies stimmt meiner Meinung nach nur bedingt, zumindest wenn man nicht nur den Faktor Geld betrachtet. Auf eine genaue Gegenüberstellung möchte ich hier jedoch verzichten, vielleicht werde ich das Thema in einem anderen Post näher beleuchten.

In Summe überwiegen die Vorteile von KNX, deshalb haben wir uns für eine Installation mit KNX entschieden! Da ich die Installation und Planung selbst durchführen werde, kommen wir auf etwa den gleichen Preis wie eine konventionelle Installation.

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